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Führung durch die Pfarrkirche St. Konrad

St. Konrad Vaalserquartier

Geschichte des Bauwerks

Ursprünglich gehörte das Gebiet der Pfarre St. Konrad zur Aachener Pfarre St Jakob. Da der Weg dorthin sehr weit war, besuchten viele Vaalserquartierer die Sonntagsmesse in St. Franziskus, der Kapuzinerkirche auf dem Westfriedhof oder in der Kapelle des Redemptoristenklosters in Vaals. Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es Überlegungen, in Vaalserquartier eine eigene Kirche zu bauen. Den letzten Anstoß, das Projekt in die Tat um zu setzten, gab die Schließung der Grenzen zu den Niederlanden nach dem 2. Weltkrieg.
Zunächst wurde im Obergeschoß einer Wirtschaft ein provisorischer Goltesdienstraum eingerichtet. Am 7. Oktober 1948 begann mit dem ersten Spatenstich und unter Mithilfe vieler Freiwilliger aus Vaalserquartier der Neubau einer Kirche. Ermöglicht wurde der Neubau von Kirche und dem dazugehörigen Pfarrhaus durch eine großzügige Schenkung von Herrn Peter Schanz, der Grundstücke hierfür zur Verfügung stellte.
Schon nach 14 Tagen waren die ersten Fundamente gelegt, so dass am 21. Oktober 1948 die Grundsteinlegung durch Domprobst Müssener stattfinden konnte. Unter Leitung der Architekten Jakob und Johann Kutsch kamen die Arbeiten gut voran. Im Mai 1949 war das Kellergeschoss der Kirche fertig – der heutige Konradkeller. Dieses Kellergeschoss diente zunächst als Gottesdienstraum. Pfarrer Hans Thoma feierte hier am 17. Mai 1949 um 6:00 Uhr die erste heilige Messe.
St. Konrad in Bau Nach ihrer Fertigstellung wurde die Kirche am 11. November 1951 von Bischof Johannes Josef van der Velden feierlich eingeweiht. Sie wurde dem hl. Konrad von Parzham geweiht. Am Nachmittag desselben Tages empfingen die ersten Kinder und Jungendlichen in der neuen Kirche St. Konrad das Sakrament der Firmung.
Am 21. November 1953 konnte Pfarrer Thoma das ebenfalls neuerrichtete Pfarrhaus, Keltenstraße 8, beziehen. Seit 1972 erfuhr die Kirche - bedingt durch die liturgische Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil - einige Umgestaltungen. Verantwortlich für die Umgestaltung des Kirchenraumes war Architekt Prof. Erich Heyne. Pfarrer Thoma war bis 1975 Pfarrer von St. Konrad. Sein Nachfolger war Pfarrer Willi Losberg. Er ist Mitglied des Oratoriums des hl. Philipp Neri, einer Priestergemeinschaft, die ihren Sitz in der benachbarten Pfarre St Sebastian, Aachen-Hörn, hat. von 1983 bis 2016 war Pfarrer Bernd Föhr, ebenfalls Mitglied des Oratoriums, Pfarrer von St. Konrad.

Konrad von Parzham, der Pfarrpatron

Die Figur des Pfarrpatrons, des hl. Konrad stammt aus der Werkstatt des Bildhauers Pütz aus Wiedenbrück in Westfalen und ist seit dem 18. August 1946 in der Gemeinde.
Konrad von Parzham wurde am 22. Dezember 1818 in Parzham geboren und erhielt den Namen Johannes E. Birnhofer. Bis zu seinem 31. Lebensjahr arbeitete er wie alle seine Geschwister auf den Feldern und Äckern. Während dieser Arbeit fand er Ruhe zum Gespräch mit Gott. Obwohl er leidenschaftlicher Bauer war, verzichtete er 1849 auf den Hof und trat als Laienbruder in das Kapuziner-Kloster in Altötting ein. Drei Jahre später legte er die Gelübde ab und nahm den Namen Konrad an.
Schon bald trug man Konrad das Amt des Klosterpförtners an. Diese Tätigkeit sollte für ihn seine Lebensaufgabe werden, für die er sich bis zum Tod am 21. April 1894 aufopferte. Viele tausend Pilger kamen nach Altötting, viele Arme und Kranke klopften an seine Pforte und baten um Rat und Hilfe. Keiner von ihnen ging von ihm weg, ohne dass sein Anliegen nicht erfüllt worden wäre. Neben dieser Arbeit fand er immer die Zeit zum Verweilen im Gebet bei Gott.
20. Mai 1934 wurde Bruder Konrad heiliggesprochen. Dass die Kirche einen solch einfachen und zum Dienen bereiten Mann aus Deutschland unter die Heiligen aufgenommen hat war ein deutliches Zeichen des Protestes gegen das Menschenbild vom Herrenmenschen, welches das 3. Reich zu jener Zeit in Deutschland propagierte. Die Menschen von Vaalserquartier haben wohl diese Botschaft verstanden, als sie kurz nach dem Krieg diesen „jungen” Heiligen zu ihrem Pfarrpatron erwählten.

Altar und Ambo

Altar und Ambo sind mit dünnen Kupferplatten überzogen und kommen aus der Werkstatt der Eheleute Rosemarie und Hubertus Förster. Schon die äußere Gestaltung zeigt, dass diese beiden Orte in der Kirche zusammengehören. Altar und Ambo versinnbildlichen die beiden Teile der katholischen Messe – Wortgottesdienst und Eucharistiefeier. Der Ambo - ein Lesepult - ist dabei der Ort, an dem aus der Heiligen Schrift vorgelesen wird. Wenn dies geschieht - so glauben wir Christen – spricht Christus selbst zur versammelten Gemeinde.
Der Altar ist in St. Konrad deutlich als Tisch zu erkennen. Um diesen Tisch versammelt sich die Gemeinde zur Feier der Eucharistie. „Eucharistie” heißt übersetzt „Danksagung”. Wir Christen sagen Gott Dank für seine Liebe, die in Jesus Christus besonders deutlich geworden ist. Der Mittelpunkt des christlichen Glaubens - Tod und Auferstehung Jesu Christi - wird in der Eucharistiefeier Gegenwart.

Tabernakel

Das Tabernakel stammt aus dem Bildungshaus der KAB und CAJ, dem Oswald-von-Nellbreunig-Haus. Es Ist geschmückt mit einer stilisierten Darstellung des brennenden Dornbusches. Im Alten Testament war ein brennender Dornbusch für Moses ein Zeichen für die Gegenwart Gottes (vgl. Exodus Kapitel 3 und 4). In allen katholischen Kirchen wird die hl. Eucharistie als ein Zeichen der bleibenden Gegenwart Christi in seiner Gemeinde aufbewahrt. Die rote Öllampe beim Tabernakel - das „Ewige Licht” - weist die Besucher der Kirche darauf hin und lädt gleichzeitig zum Gebet ein. Oberhalb davon befindet sich die Tür vom Tabernakel des ehemaligen Hochaltares der Kirche. 1951 hatte Maria Schruff den Tabernakel gestiftet. Die Tür ist geschmückt mit verschiedenen Symbolen für die göttliche Dreifaltigkeit (Auge, Fisch, Alpha und Omega, Taube).

Osterleuchter

Neben dem Tabernakel steht der Osterleuchter. Er wurde von Peter Hodiamont gestaltet. Die Osterkerze, die darauf steht, erinnert an die Auferstehung Jesu von den Toten.

Taufbecken

Am 15. Mai 1996 wurde das neue Taufbecken der Gemeinde vorgestellt Es ist eine Schenkung der Familie Ostheide und wurde gestaltet von Schülern der Keramik-Schule in Höhr-Grenzhausen. Das Thema des Taufbeckens ist das lebendige Wasser, das sich in Ton geformt aus der silbernen Taufschale ergießt. Wasser schenkt Leben und ist als Taufwasser Zeichen für das neue Leben, das den Christen mit der Taufe geschenkt wird. An die Taufe erinnern auch die Worte. die in den Rand der silbernen Schale eingraviert sind: ”Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”

Marienstatue

Die Marienstatue entstammt wie die des hl. Konrad der Werkstatt des Bildhauers Pütz und kam wie diese am 18. August 1946 in die Gemeinde. In allen katholischen Kirchen findet sich ein Bild oder eine Statue von Maria, der Mutter Jesu. Die Stellen, an denen die Bibel Maria erwähnt, zeigen ihren großen Glauben. Darin ist sie den Christen ein Vorbild. Die Nähe zu ihrem Sohn Jesus macht Maria auch zu einer Fürsprecherin für uns Menschen.

Kreuz und Kreuzweg

Das Kreuz über dem Altar und die Kreuzwegstationen wurden vom Bildhauer Mormann aus Wiedenbrück geschaffen und sind seit dem 6. April 1947 in der Gemeinde. Das Kreuz ist eines der wichtigsten Symbole der Christen. Ursprünglich ein Folterinstrument wurde es durch die Auferstehung Jesu Christi für die Christen zu einem Siegeszeichen über den Tod. Die einzelnen Stationen des Kreuzweges zeigen Bilder aus den letzten Stunden Jesu Christi vor seinem Tod, angefangen mit seiner Verurteilung zum Tod bis zu seinem Begräbnis. Die einzelnen Stationen entstammen zum einen dem biblischen Bericht zum anderen der kirchlichen Tradition. Ursprünglich waren die Kreuzwege im Freien, meist an Bergen angelegt. Später hat man sie dann in die Kirchen hinein geholt, um den Kreuzweg bei jedem Wetter betrachten zu können.

Kirchenfenster

Die Glasfensler der Kirche wurden von Prof. Buschulte aus Unna gestaltet. Die Firma Oidtmann aus Linnich hat die Entwürfe im Jahr 1974 umgesetzt. 1975 haben sie ihren Platz in der Kirche gefunden. Rechts und links vom Eingang der Kirche befinden sich seit dem Mai 1983 zwei kleine Buntglasfenster. Das eine zeigt Veronika mit dem Schweißtuch, das andere Jesus an der Geißelsäule.

Orgel

Seit dem 20. Oktober 1990 erklingt in St Konrad eine neue Pfeifenorgel mit zwölf Registern. Herr Victor Scholz - Orgelsachverständiger des Bistums -hat die einzelnen Register zusammengestellt. Die Firma Stahlhut aus Aachen übernahm die Ausführung der Orgel.

Glocke

Die Glocke der Kirche St. Konrad wurde von Heinrich Laschet gestiftet. Sie trägt die Inschrift: ”Servus Mariae numquam peribit.” (Der Diener Mariens wird niemals zugrunde gehen.) In der Festschrift zur Glockenweihe am 25. Februar 1951 heißt es: ”Wir ringen um einen weltüberwindenden und lebendigen Glauben, um eine unerschütterliche Hoffnung und um eine selbstlose Liebe zu Gott und den Mitmenschen nach dem Vorbild des Heiligen Konrad. -Heiliger Konrad, öffne uns die Himmelspforte.”